#refugeeswelcome

Heute gibt es ein ernstes Thema von mir. Ich habe lange überlegt, ob ich mich dazu auf dem Blog überhaupt äußern soll, ist ja sonst hauptsächlich Jux und Dollerei hier, aber es beschäftigt mich so sehr, es muss einfach raus.

Auslöser waren die beiden Brüder aus Syrien, die in der Türkei an den Strand gespült wurden. Ich habe die Bilder erst heute morgen gesehen, seit mein Kind da ist, brauche ich für Nachrichten immer etwas länger. Jedenfalls sah ich diese Fotos und mir liefen die Tränen. Natürlich war mir klar das schon viel öfter Menschen auf der Flucht ertrunken sind, doch dieses Bild hat sich mir eingebrannt und macht das Elend, an dem man seit Wochen und Monaten durch die Nachrichten teilnimmt, umso deutlicher. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu weinen, während mein Kind ruhig schlafend neben mir lag. Machen wir uns eigentlich jeden Tag bewusst, wieviel Glück wir haben, in diesem privilegiertem Land zu leben?

Man muss sich einfach begreiflich machen, was da geschieht. Die Menschen flüchten zu Tausenden, weil sie in ihrem Land nicht mehr sicher sind, sind auf Schlepper angewiesen, die sie mit Nussschalen über das Meer bringen wollen und finden entweder den Tod – oder kommen in einem Land an, dass sie ablehnt. Und die Welt sieht zu! Warum greift niemand ein und hilft diesen Leuten? Ich verstehe das nicht. Mir fehlt das politische Fachwissen, aber mir leuchtet nicht ein, warum keine Marine sich auf den Weg macht, kein Land Flugzeuge sendet und warum sich niemand so wirklich zuständig fühlt. Ich verstehe es nicht.

Stattdessen feiert der hässliche braune Mob Partys vor deutschen Flüchtlingsheimen und mir wird speiübel, wenn ich nur daran denke. Mir gehen diese ganzen “Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber” Menschen auf den Sack, ich kann nicht mehr hören “das man erstmal die Probleme in Deutschland in den Griff bekommen muss” und “wir können doch nicht jeden aufnehmen” lässt mir auch die Hutschnur platzen. Ich. Will. Es. Nicht. Mehr. Hören.

Statt dessen frage ich mich, was können wir tun? Ich fühle mich hilflos. Klar, ich kann Geld spenden und meinen Kleiderschrank durchforsten und eine Kiste zur nächstgelegenen Flüchtlingshilfe bringen. Habe ich auch alles schon gemacht, aber da muss es doch noch mehr geben!? Warum gibt es keine Demos mit den Forderungen, dass die Staaten eingreifen? Warum wird für zwei Euro fuffzig mehr Lohn wochenlag gestreikt und beim Flüchtlingsthema wird kein Druck ausgeübt? Warum wird den Menschen die Weiterreise so erschwert, wenn sie es schon aus Syrien/Afghanistan/Irak/woauchimmeresscheißeist rausgeschafft haben? Warum, warum, warum?

Ich möchte etwas tun! Ich möchte, dass du etwas tust! Und du! Und du und du auch! Lasst UNS etwas tun! Ich möchte nicht weiter tatenlos auf der Couch sitzen und weinen, weil mich das alles so mitnimmt. Ich möchte mehr als Geld und Kleidung spenden. Doch was tun?

Und gleichzeitig möchte ich mir jetzt jeden Tag sagen, wir froh ich sein kann, in diesem Land geboren worden zu sein. Ich hatte einfach Glück. Mein Mann hatte Glück und mein Baby hatte auch das Glück. Wir könnten auch auf der anderen Seite stehen. Wir könnten in einem Boot sitzen. Das kentert…

Wenn ich das nächste Mal meckere wie doof der Tag, möchte ich mich darauf besinnen und einfach nur dankbar sein. Meine Wohnung ist nicht zerbombt, hier laufen keine maskierten Typen mit Gewehren durch die Straßen, ich bin nicht auf der Flucht, habe statt dessen einen vollen Kühlschrank, einen gesunden Mann und ein gesundes Kind. Was will ich denn bitte noch? Eben.

Wahrscheinlich klingt das für euch jetzt alles ziemlich wirr und ihr fragt euch, was ich denn jetzt eigentlich mit diesem Blogpost sagen möchte.
Weiß ich nicht. Meine Gedanken sind wirr. Sie schießen von der “sei dankbar” Ecke in die “ich muss etwas tun” Ecke hin und her und zwischendrin taucht wieder der kleine Junge am Strand auf und schon fließen wieder die Tränen. Seit ich selbst Mutter bin, packen mich solche Themen in denen Kinder involviert sind viel mehr als vorher und ich mutiere zur Heulsuse. Finde ich nicht soooo angenehm, aber ist halt so.

Ich schicke diesen Blogpost jetzt ab, vielleicht finden sich ja ein paar von euch, denen es ähnlich geht wie mir. Die nicht so wirklich wissen wohin mit ihren Gefühlen. Und vielleicht habt ihr ja eine Idee zum Handeln? Vielleicht findet ihr mich aber auch völlig doof und denkt euch, ich soll mir lieber wieder die Nägel lackieren, statt rumzuheulen und entabonniert mich. Dann ist das so. Sorry, wenn ihr dachtet hier gibts wieder was zum Lachen. Heute mal nicht.

78 Kommentare

  1. Diese Kommentare zum Thema “die kommen nur nach DE, weil es hier ihnen dann so gut geht … bla bla …” – mir platzt der Kragen! :motz: Wer auch nur EINEN Funken Empathie in sich hat, sollte verstehen, dass nicht nur arme Menschen aus ihrem Heimatland fliehen. Nein, auch Ärzte, Ingenieure und sonstige Hochqualifizierte. Die lassen sicher nicht alles, was sie sich zu Hause aufgebaut haben, einfach mal so aus Jux und Dollerei zurück. Natürlich wollen sie sicherstellen, dass es ihren Familien gut geht. Ich würde auch nicht nach Süd(ost)-Europa wollen, wo es kaum Arbeit gibt und ich keine Zukunft habe.

    Vielen Dank für den tollen Blogpost, ich bin voll bei dir! Es geht mir unheimlich nahe, dass es momentan so viele Menschen gibt, die in ihrem Heimatland nicht mehr sicher sind, und dann auf solche empathie- und hirnlosen Idioten treffen, die nichts besseres zu tun haben, als gegen Flüchtlinge zu demonstrieren und Brände zu legen.

  2. Ich bin spät dran, aber auch ich möchte dir für diesen Beitrag danken. Ich finde es wichtig, dass auch Menschen wie du, die mit jedem Beitrag Hunderte oder Tausende Menschen erreichen, aber sich eben doch als “normale Menschen” präsentieren, Stellung beziehen und somit dem rechten Gesocks (sorry!) eines ihrer blödesten Argumente ins Gesicht werfen. Ich hab in letzter Zeit so oft gehört, dass ja nur die bösen Medien es so darstellen wollen, als ob Flüchtlinge hier willkommen wären. Dass das “normale Volk” aber komplett dagegen ist. Beitrage wie deiner zeigen, dass es durchaus Menschen in diesem Land gibt, die das Problem verstehen und auch den Hintergrund; die vor allem auch Menschen keine unterschiedlichen Wertstufen zuteilen. Wenn ein Deutscher hierzulande meint zu wenig zu verdienen, zu viel zu arbeiten, seine Kinder nicht oft genug zu sehen, und sich deshalb einen Job im Ausland sucht, weil dort vermeintlich die Lebensbedingungen besser sind, dann ist das völlig okay und sein gutes Recht. Wenn Menschen aus dem Kosovo oder sonstwo das machen, dann sind es Sozialschmarotzer. Na klar! Und es ist ja auch klar, dass jeder Flüchtling (Krieg oder Wirtschaft, völlig egal) persönlich daran Schuld ist, dass der Dieter aus Gelsenkirchen keinen Job hat. Wenn “die” nicht wären, wäre Deutschland das reinste Schlaraffenland.

    Mir geht es wie dir, ich weiß nicht wirklich, WAS man tun kann, mir ist nur klar, dass etwas passieren muss. Ich denke, an der Politik und der Einstellung anderer können wir leider wenig tun, aber wenn jeder zumindest schonmal im eigenen Umkreis tut, was er kann ist das immerhin ein guter Anfang. Egal ob es Sachspenden sind, Teilnahme an Demos oder einfach nur Menschen in die Parade fahren, wenn sie mit dummen, rechten Äußerungen kommen.

  3. Es tut mir echt leid und ich habe Dich immer sehr gerne gelesen, aber ich glaube ab jetzt lasse ich das. Sicherlich, hol jetzt wieder die Nazi-Keule raus und dass Du solche Leser eh nicht willst (jeder der ein “aber” raushaut ist ja mittlerweile Nazi), aber Du gehst auf keine meiner genannten Punkte ein und das einzige Argument das Du hast ist, dass ja jeder ein Recht auf ein besseres Leben hat. Auch in den anderen Argumentationen erscheinst Du mir sehr blauäugig und nicht differenziert genug, nur von Gefühlen geleitet.
    Deutschland ist ein Wohlstandsland, lasst uns die Tore für jeden Menschen auf dieser Welt öffnen, dem es nicht gut geht und am Nötigsten mangelt. Dann nehmen wir jetzt in den nächsten Jahren von mir aus 20 Millionen Menschen auf (Achtung, etwas plakativ!) und dann können wir ja schauen, wie es dann diesen Menschen und uns geht. Anstatt hier Refugees Welcome zu plärren sollte man mal überdenken, was man tun kann und wie man helfen kann den Leuten vor Ort ein Leben zu ermöglich, in ihrem EIGENEN Land.
    Was auch selten erwähnt wird: Die jetztige Generationen Erwachsener Flüchtlinge mag noch dankbar sein (wobei ich auch hier bei uns schon genügend Flüchtlinge gesehen habe, die weit entfernt von Dankbarkeit sind – Beleidigungen und obszöne Rufe inklusive. Das gehört sich für keinen Menschen, wenn ich jedoch als Gast in ein mehr als herzliches Land aufgenommen werde, ist es erst recht unpassend), aber die ganzen Kinder und Jugendliche sind völlig traumatisiert und apathisch. Mal Dir mal bitte aus, welche psychischen Probleme die in ein paar Jahren haben werden. Es muss nicht so sein, aber das sind potenzielle Straftäter mit einem hohen Aggressionspotenzial (Ja, die gibt es auch unter Deutschen, aber das ist nicht der Punkt), Wir haben jetzt schon kaum Kapazitäten für psychisch Erkrankte, die Wartezeiten liegen oft bei mindestens 6 Monaten. Klar, Deutschland kann hingehen und mehr Psychologie-Studiengänge anbieten, NC herabsetzen etc pp – dennoch halst man sich hier unheimliche Probleme auf, bei denen es berechtigt ist “ja, aber” zu sagen und nachzufragen wie diese gestemmt werden wollen. Eine Freundin von mir ist Lehrerin, unterrichtet noch nicht mal in einem wirklichen Problemgebiet in unserer Stadt und hat in ihrer Grundschulklasse genau 2 (!!!) Kinder mit deutschem Namen. Ich lebe übrigens in keiner Großstadt oder einem sozialen Brennpunkt. Das es diese zwei Deutschen “Kartoffeln” und “Lullies” (so werden sie von ihren überwiegend türkischen Mitschülern genannt) es ziemlich schwer haben, müsste ich eigentlich nicht erwähnen. Ich bin gespannt, wie Du dieses Thema siehst, wenn es Dich und Dein Kind tatsächlich betreffen wird. Ob Du eine Klasse, die zu 98% aus muslimischen Mitbürgern besteht als kulturelle Bereicherung empfindest, oder zumindest das ein oder andere mal kritisch hinterfragst, ob die Politik da immer richtig gehandelt hat.

    Trotzdem alles Liebe Dir und ich würde mir zumindest wünschen, dass Du eine halbwegs kritischere und differenzierte Meinung annimmst. Man kann helfen (das tue ich übrigens auch – Überraschung, Überraschung und das als “Nazi” ;) ) und dennoch nicht blauäugig alles gut heißen und sich von dieser Euphorie an Bahnhöfen mitreißen lasse und meinen, mit ein paar Teddies, ner Tüte von Primark-Klamotten und einem “Refugees Welcome” ist es getan. Wir werden in den nächsten Jahren alle die Auswirkungen dieser Flüchtlingsaufnahme zu spüren bekommen, manche von uns (damit sprechen ich die leicht Gutgläubigen an) werden sicherlich erstaunter sein als andere.

    • Weil wir bei diesem Thema nicht einer Meinung sind, liest du hier nicht mehr gerne? Nun denn. ;-)

      Warum ich auf die anderen Punkte nicht genauer eingehe, kann ich dir sagen. Ich habe schlicht keine Lust dazu. Habe diese Diskussionen schon zur Genüge geführt und möchte das hier nicht fortführen. Ich sehe es anders als du und wollte es dabei belassen.

      • Danke nochmal, dass Du kurz darauf eingehst. Ich finde, es ist ein Unterschied zu sagen das man keine Lust mehr auf die Diskussion hat (ist jetzt auch online das erste Mal, dass ich mich dazu geäußert habe, finde das immer so mühselig ohne Gestik und Mimik politisch zu diskutieren) oder ob man die Augen verschließt und die anderen Punkte nicht sehen will.

        Weiterhin alles Liebe :-)

  4. Warum…… ja warum. Warum werden hier die Flüchtlinge beschimpft und nicht deren Politiker? Warum fassen sich hier so wenige an die eigene Nase,denn “unser” Land D trägt mit seinen Waffenlieferungen auch zu deren Kriegen bei? Warum wollen wir nicht abgeben,wir haben doch genug? Warum denken hier viele,die Flüchtlinge bekommen “alles in den A geschoben”? Warum wird nicht mal hinterfragt sondern der (brauen) Müll einfach geglaubt/geteilt/weiter verbreitet? Warum dürfen Flüchtlinge hier nicht arbeiten? Warum ist es in einem Land wie Afghanistan schon 25 Jahre lang nicht lebenswert und Warum lernen die nicht dazu? Warum vergessen hier viele,dass es auch deutsche A… gibt? Warum haben wir alles und noch mehr und sind dennoch unzufrieden? Warum kenne ich irre viele Leute,die sagen,Flüchtlinge nehmen mir meinen Job,mein xxx mein sonstwas weg-in der Realität haben aber alle noch alles? Warum sind wir so neidisch,missgünstig,voller Hass? Warum soll D so viele Flüchtlinge aufnehmen und andere EU Staaten wollen sich die “Rosinen” rauspicken? Warum muss erst ein toter kleiner Junge am Strand liegen damit manche (!!) wachgerüttelt werden? Diese Fragen stelle ich mir und ich hätte gern Antworten. In der Zwischenzeit schäme ich mich als Deutsche für meine Landsleute.

  5. Hallo Frau Shopping,
    mir geht es ganz ähnlich obwohl ich keine Mutter bin. Meine Gefühle sind wirr und man fühlt sich Ohnmächtig etwas zu tun.
    Ich selbst bin ins Ausland gegangen, da ich einen Job bekommen habe und in Deutschland keinen fand. Hier wurde ich auch aufgenommen. Was ist an mir so anders als an den Flüchtlingen? Flüchtlinge versprechen sich auch mehr von ihrem Leben, wenn sie in ein anderes Land gehen.
    Naja alles in allem bin ich deiner Meinung und wollte die sagen, dass ich es sehr mutig finde den Post zu veröffentlichen.
    Grüsse

  6. Liebe Frau Shopping,

    ich finde es gut, dass du zu diesem Thema etwas schreibst.
    Auch ich habe Mitleid mit Flüchtlingen und würde gerne mehr tun. Und wenn ich in Syrien leben würde, würde ich sicherlich auch herkommen – das muss man einfach verstehen!
    TROTZDEM finde ich es nicht in Ordnung, dass man als Deutscher kein “Aber” mehr aussprechen darf, dann wird man gleich als Nazi abgestempelt und genau in diese Richtung geht auch dein Post. Es ist doch völlig in Ordnung, dass man sich auch Sorgen wegen der ganzen Flüchtlinge macht und sich fragt, wie die Integration funktionieren soll. Ich wohne in einer Großstadt und weiß, dass dies ein schwieriges Thema ist und in der Vergangenheit oft nicht geklappt hat. Und mir macht es auch Sorge und es macht mich wütend, dass es keine Verteilungsquote innerhalb der EU gibt. Ich wünsche mir einfach von der Regierung mehr Aufklärung!

    So, das musste ich mal sagen! Ich helfe ich gerne und habe für Flüchtlinge schon dasselbe getan wie du – und das Thema berührt mich ebenso.

    • Natürlich darf man auch ABER sagen, nur kommt es auch immer auf das WIE an. Und das ist bei Leuten die noch ein “ich habe ja nichts gegen Ausländer” voranschicken immer eher unschön. Im Freundeskreis habe ich mich auch schon über die Problematik unterhalten und da fielen viele “aber”, was bei dem Thema auch dazu gehört. Ich sitze ja auch nicht hier und habe die rosarote Flüchtlingsbrille auf.

  7. Leider weiß ich nicht, wie ich auf diesen Kommentar von Frau Shopping direkt antworten kann, daher hier zitiert:

    “Und mich nervt schon allein das Wort Wirtschaftsflüchtlinge. All diese Menschen sind auf der Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Familie. Niemand kann und darf ihnen vorwerfen, etwas Besseres für sich zu wollen!

    Du schreibst selbst, du hast einen Migrationshintergrund. Warum denn? Warum sind deine Eltern oder Großeltern nach Deutschland gekommen? Sicher nicht wegen dem schönen Wetter.”

    Natürlich, JEDER will nur das beste für sein Leben. Das werfe ich diesen Leuten nicht vor. Und wollen darf man immer viel. Aber dann sollen doch bitte alle aus Afrika, Indien, China und weite Teile Russlands etc pp nach Deutschland kommen. Verstehst Du den Punkt? Das was Du unter meinem Text kommentiert hast, ist einfach nicht schlüssig. Jeder darf ein besseres Leben wollen, aber wir können nun mal nicht alle Milliarden von armen Menschen dieser Welt hier aufnehmen. Menschen, die vor echtem Krieg fliehen und nach 3,4,5 Jahren (was auch immer) wieder zurück gehen in die Heimat, sollen hier oder in anderen sicheren Ländern Zuflucht finden – ganz klar. Aber Wirtschaftsflüchtlinge haben hier nichts zu suchen. Dann hätten auch der kleine Aylan nicht sterben müssen, wenn sein Vater sich mit der Sicherheit und seinem Job den er in der Türkei hatte, zufrieden gegeben hätte.

    Im Übrigen bin ich, meine Eltern und unsere Vorfahren komplett deutsch, lebten aber seit Generationen im Ausland. Da ich daher auch eine andere Erziehungs”kultur” genossen habe, mit anderem Essen etc pp aufgewachsen bin, zähle ich das irgendwo auch als “Migrationshintergrund”, zumindest denken viele ich sei Ausländerin wegen der Sprache und dem Akzent meiner Eltern :D Ich habe das allerdings nur angeführt um zu zeigen, dass ich nicht rechts orientiert bin. Ist ja schon traurig das man sowas anführen muss, sobald man sich halbwegs kritisch (bzw ich das einfach als realistisch empfinde, denn wie gesagt, Deutschland kann nicht 10 Milliarden Afrikaner, Chinesen und Indier aufnehmen) äußert.

    • Eigentlich müsstest du im Feld von meinem Kommentar einen “Antworten” Button sehen. Aber so gehts ja auch.

      Du vergisst bei deiner Argumentation, dass gar keine Milliarde Menschen aus Afrika, China und Russland nach Deutschland kommen wollen. Ich höre oft “Wir können doch nicht ganz Afrika aufnehmen!” und rolle mir dabei innerlich die Augäpfel an die Schädeldecke.

      Warum lebt deine Familie denn im Ausland und nicht in Deutschland? Sie erhofften sich dort nicht zufällig auch ein angenehmeres Leben?

      Ich finde es sehr hart zu sagen, Wirtschaftsflüchtligne (dieses Wort -.- ) haben hier nichts zu suchen. Du und ich hatten Glück nicht in Albanien oder Rumänien geboren worden zu sein, mehr nicht. Dieses Glück berechtigt uns nicht zu sagen, “die da drüben” sollen mal schön in ihrer Heimat bleiben. Was ist denn mit den ganzen Deutschen die auswandern? Die gehen doch auch nach Schweden oder in die USA, weil sie dort nen besseren Job und mehr Kohle bekommen/erhoffen. Deiner Logik nach dürften die sich auch alle nicht aus Deutschland raus bewegen.

      • Ich möchte zu meiner Herkunft jetzt bitte mal die Diskussion schließen. Warum meine Vorfahren vor knapp 200 Jahren ausgewandert sind, weiß ich nicht und kann dazu nichts sagen. Warum die nächsten Generationen dort geblieben sind weiß ich auch nicht, aus Bequemlichkeit, weil man die Familie für Deutschland nicht verlassen wollte oder oder oder – keine Ahnung. Meinen Eltern ging es dort übrigens (noch) besser, sie sind studiert und haben dort gutes Geld verdient etc. Dennoch hat es sie nach Deutschland gezogen um mal ihre “richtige” Kultur und Herkunft (die, die im Pass stand) kennenzulernen und zu leben. Also dieses rauf rum reiten “und warum seid ihr hier, wegen dem schönen Wetter??” kann man jetzt doch bitte mal lassen.

        Um ehrlich zu sein ich glaube schon, dass gerne alle armen Kinder aus China, Afrika und sonst wo nach Deutschland kommen möchten – wie kommst Du darauf, dass sie es nicht wollen? Weil sie nicht in Hunderttausenden hierhin strömen? Liegt vielleicht daran, dass sie keine Möglichkeiten dazu haben und Frau Merkel die Grenzen offiziell für Syrien etc geöffnet hat. Und nicht eben für China, Afrika und die Mongolei.

        Und es macht einen erheblichen Unterschied, ob im Vergleich ein paar Hundert (von mir aus 5.000 – kenne genaue Zahlen nicht) Deutsche in aller Welt auswandern (Schweiz, Mallorca, Schweden) und sich dort verteilen oder ob eben Millionen Flüchtlinge auf einmal geballt nach Deutschland fliehe. Dieser Unterschied ist doch offensichtlich?
        Und ja, es ist hart zu sagen, man kann Wirtschaftsflüchtlinge nicht aufnehmen, aber das Leben ist nun mal hart. Sollte ich als Wirtschaftsflüchtling (weil ich mir ja ein besseres Leben erhoffe) in die USA auswandern, wird mir der Staat auch nicht helfen und Sozialleistungen bezahlen. So ist das nun mal. Es gibt nun mal Millionen Kriegs(!)flüchtlinge und denen soll geholfen werden. Sie sollen nicht vor ihrer Haustür zerbombt werden und in Angst leben. Aber Deutschland kann nun mal nur eine begrenzte Anzahl an Flüchtlingen aufnehmen, ob 2 oder 3 Millionen ist dabei egal. Kriegsflüchtlinge gibt es genug. Wenn darunter aber Wirtschaftsflüchtlinge, die eigentlich einen Job haben, in Sicherheit leben können und nicht um ihr Leben bangen müssen, diesen Leuten den Platz vorenthalten, ist das einfach nicht richtig und fair. Und dagegen gibt es einfach keine Argumente!! Und ja, jeder soll das beste hoffen dürfen und ja, es war / ist Glück in Deutschland geboren zu sein. Dennoch können wir jetzt nicht alle 100 Millionen Menschen in D aufnehmen, die eigentlich auf ein besseres Leben hoffen oder verdient hätten.

        • Die 200 Jahre hättest du ja mal eher ins Spiel bringen können. ^^ Wenn man danach geht, habe ich auch einen Migrationshintergrund, wäre nur nie darauf gekommen es so zu nennen.

          Zum Rest spare ich mir den Kommentar, da drehen wir uns im Kreis, nur entgegengesetzt.

  8. Vielen Dank!

    Habe dem Post nichts hinzuzufügen.

    #refugeeswelcome
    #mundaufmachen
    #ihrseidnichtdeutschland

  9. Ich fand dieses Bild auch mehr als schlimm. Aber noch schlimmer, fand ich den Umgang der Medien damit. Völlig respektlos den Eltern gegenüber, wurde das Bild stündlich in Nahaufnahme über alle Sender gejagt. Mein Mitgefühl liegt nun bei den Eltern, die den Verlust verkraften müssen. LG Romy

  10. Auch für mich ist dieses Bild des kleinen Jungen fast zu viel Wahrheit.
    Ich bin Mutter zweier Kinder.
    Mich macht es verdammt wütend und traurig jeden Tag auf’s neue soviel Fremdenhass gern gepaart mit Dummheit erleben zu müssen.
    Es ist schon einiges getan wenn man seine Stimme DAGEGEN erhebt, und jedem der uns ungefragt seine Meinung unter die Nase reibt( Ich bin zwar nicht gegen Ausländer,aber… Und so) Paroli bietet.
    Nazis stinken.
    Und Krieg auch!

  11. Ich finde es gut wenn themenfremde Blogs dem Flüchtlingsdrama Präsenz schenken! Danke! Aylan stirbt nicht nur auf der Flucht. Sondern auch im Krieg. Jeden Tag. Europas Regierungen schauen zu und der einzelne Bürger hat kaum Handlungsmacht. Ich fühl mich genauso hilflos wie so viele von euch

  12. Weißauchnichtwas Antworten

    Du sprichst in ähnlichen Worten und Gedanken wie ich.

    Ich weiß nicht was man tun kann. Ich weiß es nicht. Anfangs habe ich es noch als meine Aufgabe gesehen gegen diese fürchterlichen Beiträge zu schreiben, mich aufzuregen und die Person zu fragen, warum er plötzlich so denkt, wo wir doch auch mit Flüchtlingen aus dem Balkan aufgewachsen sind, es unsere Freunde waren oder teilweise noch sind (man lebt sich ja auseinander) und darauf kommen dann nur dumme Antworten, wie die waren auch schon schlimm oder meine Kollegen sind anders…
    Auch in Foren nimmt das Thema überhand und ich habe mich bis zu deinen Artikel seit ein paar Tagen ausgeklinkt aus diesem Thema, sehe nicht mehr ins Internet oder ins Forum, mich macht das Thema traurig und es reicht, wenn man sich mindestens 1x am Tag darüber unterhält oder Gespräche derart hört. Nicht weil ich es ignorieren möchte, sondern einfach weil ich mich verloren fühle…keine Lösunf finde….es mich traurig stimmt.

    Es fehlt definitiv Aufklärung. Aber die Medien bieten hier keine Lösung, mal haben sie die Meinung und 2 Woche. Später jubeln sie dir eine andere zu.

    Aber auch von der Politik fühle ich mich alleine gelassen, habe ich bisher noch an die EU geglaubt weiß ich nicht mehr was ich denken soll, fühl mich momentan alleine gelassen und überfordert hoffe dennoch auf eine Lösung eine Hilfe für uns die nicht wissen was sie tun können, einen Aufruf an all diejenigen die solche fürchterlichen Gedanken haben, vor allem von unseren deutschen Politikern. Die Leute sollten doch mal wachgerüttelt werden, wie das bei uns war, was noch vor 80 Jahren hier los war und wie man uns trotzdem, trotz den grausamen Taten die hier auf diesem Boden geschehen sind unterstütz hat damit die Wirtschaft wieder läuft und das von denen gegen die wir gekämpft haben, damit neben all dem Schicksal das die Leute gerade erlebt haben und vor dem Hass sie geflohen sind, sie hier nicht auch das gleiche durchmachen müssen.

    Ja du hast recht. Wir müssen was tun. Aber was? Natürlich man kann Spenden, freiwillige Hilfe wird in vielen Städten gesucht – und noch sind Semesterferien – aber es muss auch was gegen diese dunklen Stimmen passieren, gegen die muss man auch etwas tun und es gibt noch so viel mehr wofür man was tun muss, meiner Meinung nach geht das nur noch in größeren Gruppen, Demos gibt es – die andere Seite ist aber leider lauter….erst heute wieder erlebt. Und jetzt wo ich so meine wirren Gedanken Streifen lasse, könnte man doch hier eine Mahnwache oder so starten, in jeder Stadt, all die interessierten?

  13. Danke liebe Frau Shopping, danke für deine Worte! Ich saß auch vor dem PC als ich das Bild sah und weinte. Habe dann meinen kleinen schlafenden Jungen angesehen und noch mehr geweint…und ich fühle mich genauso hilflos. LG Kim

  14. So, ich möchte auch auch was dazu sagen:
    Zum einen, ja, es ist traurig, was da passiert, dass soviele Menschen sterben, ertrinken usw.
    Das ganze Negative kommt daher, dass es leider desöfteren Flüchtlinge gibt, die negativ und wiederholend durch Diebstahl und Raub auffallen. Das verallgemeiner ich nicht, aber es ist halt so. Und das finde ich überhaupt nicht ok (bei keinem). Dadurch wird auf alle Flüchtlinge ein schlechtes Licht geworfen, das ist weder für sie, noch für uns gut. Schadet beiden Seiten.
    Ich finde, wenn Flüchtlinge hier krimenell werden, dann sollte für sie auch das normale Strafrecht greifen. Nur zu sagen, das darf man nicht, bringt halt nichts. Wenn ich in ein Land einwander, dann sollte ich mich auch benehmen, finde ich.
    In Deutschland wird erwartet, bis Ende des Jahres 800.000 Flüchtlings-Asylanträge zu bekommen, was wohl doppelt soviel ist, wie im Jahr zuvor. Dafür, dass Deutschland ganz schön klein ist, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, finde ich das sehr viel. Ich habe das Gefühl, dass viele nach Deutschland kommen wollen, weil sie wissen, dass sie hier alles geschenkt bekommen. In anderen Länden haste halt Pech, wenn du deinen Job verlierst, und deine Miete nicht zahlen kannst. Dann musste halt auf der Straße leben. Bist krank und hast kein Geld fürn Arzt? Pech gehabt. Und ich denke, dass deshalb soviele nach Deutschland wollen. Deshalb finde ich, man sollte gucken, dass man nicht zuviele aufnimmt. Es gibt auch mehr als genügend andere Länder, wo es sich gut und ohne Krieg leben lässt. :confused:

    Und ja, ich weiß, ich bin jetzt gleich der Buh-Mann, obwohl ich nichts rassistisches gesagt hab, aber hey, so ist das momentan halt :D

    • Niemand stellt sich hin und sagt “Juhu, ein kriminellter Flüchtling! Lassen wir ihn doch machen!”. Natürlich ist das scheiße. Aber es ist eine “normale” Randerscheinung wenn solche Menge an Menschen irgendwo zusammengepfercht wird.

      Zum Punkt Deutschland ist klein, kann ich dir die hier in den Kommentaren verlinkten Artikel empfehlen. Gemessen an Einwohnern sind die Flüchtlingszahlen “machbar”.

    • die meisten wollen hier nicht leben, sondern handelt es sich hierbei um eine übergangslösung. die menschen können nur aktuell nicht in ihre heimat, da dort krieg herrscht. es nimmt niemand irgendwem arbeit oder sonst etwas weg. das hier ist nur der momentane schutzraum. (es bleibt zu hoffen, dass sich die zustände etwa in syrien bessern, aber das hoffen die meisten flüchtlinge).. unabhängig davon, haben flüchtlinge kein anrecht auf hartz 4 und sie haben kein recht hier zu arbeiten. das asylrecht gewährt nur ein kleines taschengeld pro kopf pro monat. es geht bei kriegsflüchtlingen nicht darum, dass sie hier etwas abgreifen wollen. sie wollen nur schutz für die zeit, in der in ihrer heimat krieg herrscht. wieso versteht das denn niemand?!

  15. Ich danke dir für diese Post…
    Mir geht es ähnlich…. ich bin hin und her gerissen… weiß nicht was ich tun kann und will… durch meine Arbeit mit psych. kranken Menschen bin ich völlig fertig und kann mich kaum noch rühren, aber es rumort…. du musst dich beteiligen, du musst den anderen zeigen, dass diese Menschen willkommen sind… du musst den Idioten zeigen, dass du nicht zu der schweigenden Mehrheit gehörst…. aber wie…. seufz….

    Mit meinen älteren Bew. habe ich darüber gesprochen… über die Flüchtlinge, über das Verhalten einiger Deutschen, über das Verhalten einiger Ostdeutschen mit ihrer Geschichte…. als ich erzählte, hatten einige Tränen in den Augen… denn sie sind damals auch geflüchtet… aus Schlesien und Ostpreussen und wissen noch ganz genau was Ihnen damals alles passiert ist….

    Es ist für mich im Moment schwer zur Tagesordnung überzugehen….

    LG Marita

  16. Hallo,

    bei uns werden in den in den Flüchtlingsunterkünften Menschen gesucht, die Flüchtlinge mal zu sich zum Essen einladen, oder einen Ausflug mit ihnen unternehmen, oder Fahrräder (die ihnen gespendet wurden) helfen instand zu setzen.
    Es gibt Gesprächskreise bei denen es nur darum geht dass Flüchtlinge die deutsche Sprache hören und “erspüren” wie sich deutsche verhalten und unterhalten.
    Einfach mal nachfragen…..oder im Internet nachschauen.

    Weißt du was ich richtig RICHTIG schlimm finde?

    Ich arbeite im Verkauf.
    Ein Kunde kauft sich die Bildzeitung und sagt: Jetzt hol ich mir die Zeitung, aber ich könnte es mir eigentlich sparen. Denn da steht doch wieder nur etwas über diesen Abschaum, dieses Gesocks drin…..immer das Gleiche….jeden Tag.

    DAS bringt mich zur Weißglut. Wie viele DUMME und ignorante (und dumm reicht als Ausdruck nicht wirklich!) Menschen in unserem privilegierten, so reichen Land leben.
    DAS macht mich fassungslos.

    Entschuldige, ich lese sonst immer still bei dir mit. aber das ist gerade mein Thema und musste raus.

    Viele Grüße,
    Luzerne

    • Du hast so recht. Diese Banden von Arschlöchern, die sich vor Flüchtlingsheimen versammeln machen mir Angst, aber die eigentliche Gefahr ist der alltägliche Rassismus der “normalen” Leute.

      Kolleginnen, die mir erzählen, als wärs das normalste der Welt, dass sie keinen Bock mehr haben, auf den Flohmarkt zu gehen, weil da nun nur noch Bekopftuchte rumlaufen und nichtmal mehr nur als Kunden sondern auch als Verkäufer und nun solle man dem Pack den eigenen Kram abkaufen, den sie uns geklaut haben. Und das ganze erzählt mit dem Anspruch, dass ich dafür Beifall klatschen muss.

      Kommentare im Internet, dass die jungen Frauen, die sich für Flüchtlingshilfe einsetzen schon sehen werden, was sie davon haben, wenn sie erstmal von einem dieser Verbrecher, dem sie geholfen haben hier zu bleiben, vergewaltigt werden.

      “Freundin”, die mich fragt, ob ich denn keine Angst davor hätte, dass wir hier selber irgendwann nur noch verschleiert rumlaufen dürfen.

      Sowas macht mir mehr Angst als ich ausdrücken kann und es macht mich hilflos… :-(

  17. Handlungsvorschlag: Keine Partei mehr wählen, bei der ein prominenter Vertreter vor wenigen Jahren noch ankündigte “bis zur letzten Patrone” gegen die “Zuwanderung in deutsche Sozialsysteme” kämpfen zu wollen. Und komme mir keiner mit “Politiker sind eh alle gleich”, diese Einstellung ist ebenso dumm wie gefährlich.

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