Nachdem vor Jahren die Produktion der von mir sehr geschätzten Pizza Flambiata mit Schinken und Pinienkernen eingestellt wurde, hat mich keine TK-Pizza mehr so wirklich vom Hocker gehauen. Der Italiener um die Ecke macht einfach bessere Pizza und liefert innerhalb von 15 Minuten, da muss ich mir mein Tiefkühlfach nicht mit dem fertigen Zeugs vollstopfen.
In dieser Woche wurde in meinem Supermarkt groß Werbung für die neue Dr. Oetker Steinofen Tradizionale Pizza gemacht und ich habe zugegriffen. Vielleicht gibt es ja wieder einen neuen Stern am Fertigpizzen-Markt?
Den Preis von 2,69 Euro habe ich trotz der vielen “NEU” Schildchen dennoch registriert. Ein kurzer Blick auf die anderen TK-Pizzen zeigte mir, dass ich die teuerste gegriffen habe. War ja klar. Für den Preis gab es dann eine 360 Gramm Pizza.
Gestern habe ich die Pizza dann in den Ofen geschmissen, denn ich war kochfaul und wollte schnell etwas zu essen.
Die Pizza wirkte in der Form leicht unrund und sollte so wohl eine “echte” handgemachte Pizza imitieren. Das Mehl am Rand (Das extra auf der Homepage der Pizza erwähnt wird!) soll die “Steinofen-Optik” unterstützen. Der Belag sah ungefähr so aus wie auf der Packung abgebildet, soweit ich das durch das Bildchen beurteilen konnte.
Einzig die Tomaten störten mich auf den ersten Blick. Das sie nicht exakt in der Mitte halbiert waren dürfte nur Monk aufregen. Ich störte mich aber an dem noch vorhandenem Strunk. Wenn ich koche wird der immer entfernt, warum schafft Dr. Oetker das nicht? *mäkel*
Weil die Tomaten hart gefroren waren, wollte ich nicht umständlich an ihnen herum schnippeln, dass konnte ich auch noch später auf dem Teller erledigen. Die Pizza wanderte dann für 15 Minuten in den Ofen, ist ja keine weitere Hexerei bei der Zubereitung erforderlich.
Dr. Oetker wirbt damit, die Steinofen Tradizionale Pizzen werden direkt auf Stein gebacken und schmecken wie echte Steinofen-Pizzen aus Italien. Ich war recht gespannt ob dieses großen Versprechens.
Ich machte mir anfangs Sorgen, ich bekomme so eine unleckere fluffige American Pizza auf den Teller, denn die Tradizionale sah recht “aufgeflufft” aus mit ihrem hohen Teigrand. Zum Glück war dem nicht so, wie ich beim ersten Bissen bemerkte. Der Teig war zwar recht locker und fluffig, doch fühlt er sich beim Kauen nicht wie ein Gummiball an. Der Boden war angenehm knusprig und nicht matschig. Er konnte zwar nicht mit der Pizza von meinem liebsten Lieferdienst mithalten, war aber nah dran. Hätte ich nicht gedacht!
Leider war der Belag so gar nicht mein Fall. Die fünf Scheiben “schnittfester Mozzarella” schmeckten nach einem Hauch von Nichts. Mir war klar, dass ich hier keinen leckeren Büffel-Mozzarella erwarten konnte. Doch dieser Käse schmeckt noch weniger nach nichts als es normaler Kuhmilch-Mozzarella schon tut. Hätte man auch weglassen können und es wäre geschmacklich nicht aufgefallen.
Die Tomaten wurden von mir teils vom Strunk befreit, teils vom Teller gesucht, weil ich sie während des Essens immer nerviger fand.
Und welcher Mensch ist bitte auf die Idee gekommen, Pesto auf eine Pizza zu machen? Pesto gehört auf Nudeln!
Ich glaube, auf meiner geliebten Flambiata Pizza war laut Packungsangaben auch Pesto, nur habe ich das nie geschmeckt. Auf der Dr. Oetker Tradizionale “Mozzarella” sind kleine grüne Kleckse, die sich während des Aufenthalts im Ofen in ölige große Kleckse verwandeln. Die Pizza bekommt für mich einen unangenehmen öligen Beigeschmack, den ich bei Pizza einfach nicht mag. Wie gesagt, Pesto gehört für mich auf Nudeln! Und abgesehen davon ist die Pizza doch schon fettig genug, da muss man doch nicht noch Pesto darauf verteilen.
Die ganze Pizza schmeckte dann auch eher nach Pizzateig mit Pesto. Woher sollte auch anderer Geschmack kommen? Der Käse glänzte durch Geschmackslosigkeit, die Tomatensoße war hauchdünn aufgetragen und wohl nur als optischer Leckerbissen gedacht und die paar Tomaten gingen im Strunk-Debakel unter.
Diese Pizza war wirklich laaaaangweilig. Wäre da nicht die Knoblauchnote vom Pesto gewesen, wäre ich wohl noch beim Essen eingeschlafen. Das Schläfchen habe ich dann nach dem Essen gehalten. Als ich nach einer Stunde wieder wach wurde, ist in meinem Mund ein Knoblauchtier zum Leben erweckt worden. Bäh! Sehr unangenehm.
So viel Text für eine Pizza die ich total öde fand, auch schön.
Eigentlich hätte ich auch kurz und knackig schreiben können, dass die Dr. Oetker Pizza Tradizionale durch den überraschend guten Boden eine gute Grundlange für eine TK-Pizza hat. Der Belag der Sorte “Mozzarella” ist allerdings mehr als schnarchig. Ich freue mich schon auf die nächste Bestellung beim liebsten Pizzamann, der kann wenigstens vernünftige Beläge.